Guttenberg legt Geständnis ab

22. Februar 2011  Aktuell, Partei, Themen, Uelzen

Foto Michael Panse/Wikimedia

Neue Vorwürfe: Auch den Adelstitel erschlichen?

Nachdem sich in der Sonnabendausgabe der Herausgeber der Allgemeinen Uelzener Zeitung (AZ), der Münchener Millionär Dirk Ippen (71), liebevoll der”Kaiser der Käseblätter” genannt,  die derzeitige Praxis der Vergabe von Doktortiteln moniert hat, sah sich dann gestern Karl-Theodor zu Guttenberg auf einer Wahlveranstaltung in Kelkheim endgültig veranlasst, seinen seltsam erworbenen Doktortitel aufzugeben.

Genutzt hat ihm das nicht viel, denn schon machen neue Verdächtigungen – so die website “Postillon” – die Runde: Angeblich habe der Verteidigungsminister auch seinen Adelstitel nicht aus eigener Kraft erworben, sondern einfach von seinem Vater übernommen.
Karl-Theodor zu Guttenberg bezeichnete die Vorwürfe in einer ersten Stellungnahme als “abstrus” und erklärte, er habe seinen Titel in mühevoller Kleinarbeit über Jahre hinweg ohne fremde Hilfe erworben.
Der Historiker Gunnar Borchert äußerte: “Alles weist darauf hin, dass der junge Karl-Theodor bereits bei seiner Geburt den Titel “Freiherr von und zu Guttenberg” einfach von seinem Vater übernommen hat, ohne irgendetwas dafür zu tun. Doch auch Guttenbergs Vater hat sich den Titel nicht selbst erarbeitet, sondern wiederum dreist von seinem Vater kopiert.” Laut Borchert könne diese Masche bis ins tiefste Mittelalter zurückverfolgt werden. “Hier wurde systematisch gesellschaftliches Ansehen ohne eigene Leistung erschlichen.”
Andere deutsche Adelige wie Ernst August Prinz von Hannover (“der Schläger und blaublütige Pisser des Hochadels”, BILD-Feind)) und Gloria Prinzessin von Thurn und Taxis ( wie Theodor von G. Trägerin des “Ordens wider den tierischen Ernst) äußerten sich empört über Karl-Theodor zu Guttenberg. Er werfe ein schlechtes Licht auf alle, die sich ihren Adel hart erarbeitet haben.
Wir sind gespannt, wie Karl Theodor diese neuerlichen Angriffe überstehen wird. Aber dennoch:
Ihm bleiben – das hat “Postillon” zutreffend bemerkt – sein gutes Aussehen, seine scharfe Frau, sein Amt als Minister, das famliäre steuerbegünstigte Stiftungsvermögen und seine grundlose Beliebtheit.  BILD hat bereits angekündigt: Karl-Theodor wird demnächst eine echte Doktorarbeit präsentieren. Thema: Die Auswirkungen von Haargel auf den menschlichen Verstand. Und danach ist der Gang ins Kanzleramt geplant.

Frei nach dem “Postillon”

Der Fan-Club des NSDAP-Bürgermeisters Farina

19. Februar 2011  Aktuell, Themen, Uelzen

Lücke hat eine Lücke im Geschichtsbewußtsein

Die CDU-Fraktion hatte im Juni vorigen Jahres im Stadtrat die Umbenennung der Farina-Straße – benannt nach dem früheren NSDAP-Bürgermeister – abgelehnt, mit den sattsam bekannten (ewiggestrigen) Argumenten: In den ersten Jahren der Nazi-Zeit habe es keine Gewaltherrschaft in Deutschland gegeben, man habe nichts machen können, Farina habe heimlich viel Gutes für Verfolgte getan, usw, usf.. An vorderster Front agierte Stadtherr Peter Lücke, der sich bereits im Kulturausschuss vehement für den Nazi-Bürgermeister eingesetzt hatte. Es half den Ewiggestrigen nichts: Die verantwortungsbewusste Mehrheit des Stadtrates beschloss die fällige Straßenumbennung.
Lücke wollte sich mit dem Stadtratsbeschluss nicht abfinden und versucht nun mit einigen gleichgesinnten Kameraden, über ein Bürgerbegehren dem Ex-Nazi Farina wieder Ehre zuteil werden zu lassen: Der Name Farina-Straße soll bleiben.

Es stört den CDU-Politiker dabei offenkundig wenig, dass Farina den Terror der Nazis öffentlich bejubelte, Menschen ins KZ schickte, auf eigenes Betreiben einen Nazigegner nach Verbüßung der so genannten „Schutzhaft“ ins KZ überstellte und als Polizeichef sogar das öffentliche Aufhängen eines Zwangsarbeiters mitten in der Stadt durch ein SS-Lynchkommando duldete, ein Straftatbestand, der heute als Beihilfe zum Mord mit hoher Strafe belegt wird.

Der Hamburger Schauspieler Rolf Becker hat zu diesem skandalösen Vorgang treffend bemerkt:

“Was sind das für Herren, die so etwas als „Bürgerbegehren“ betreiben, was sind ihre Argumente, und was wollen sie mit ihrem Erinnern an „große Zeiten“ bezwecken?

……es geht hier nicht um nachträgliches Anklagen, es geht um die Zurückweisung des reaktionären Anspruchs, geschichtlich belastete Personen wie Farina und Seebohm den heutigen Menschen in Uelzen, insbesondere der Jugend, als Orientierung anzudienen. Und es geht um die Frage, ob wir die demokratischen Strukturen unserer Gesellschaft weiterentwickeln, zumindest aber verteidigen wollen, oder uns auf die Seite derer schlagen, die mit dem Wachhalten faschistischer Traditionen zum Niedergang der Demokratie beitragen.

Ich wiederhole, was ich am 18. April 2010 in meinem Offenen Brief an die Initiative „Keine Nazi-Straßen in Uelzen“ geschrieben habe:

„Straßennamen, die auf Personen und geschichtliche Ereignisse verweisen, sollten der Orientierung – vor allem Jugendlicher! – dienen, statt der Verherrlichung (oder sei es auch nur Verharmlosung) eines Regimes, das mit dem 2. Weltkrieg und Auschwitz die größten Verbrechen der bisherigen Menschheitsgeschichte hervorgebracht hat……Ich hoffe, dass die Uelzener Bürger mehr Einsicht beweisen als die Betreiber des Ewiggestrigen, dieser den Ruf der Stadt weiter beschädigenden Kampagne.”

DIE LINKE: Aushöhlung kommunaler Haushalte durch Bund und Land stoppen – Hannover ist kein Einzelfall

30. September 2010  Aktuell, kommunales, Pressemitteilungen

DIE LINKE im Landtag hat heute noch einmal auf die miserable Finanzlage der Kommunen in Niedersachsen hingewiesen. Anlass ist die heute von Hannovers Oberbürgermeister Stephan Weil vorgestellte Studie zur Entwicklung der Kommunalfinanzen in der Landeshauptstadt in den vergangenen 30 Jahren. Der Vorsitzende der Fraktion DIE LINKE im Landtag, Dr. Manfred Sohn, erklärte dazu: „Für die Kommunen in Niedersachsen ist das Jahr 2010 das kritischste Jahr in der Geschichte der Bundesrepublik. Die kommunalen Kassenkredite erreichen dramatische Höchststände. Die kommunale Selbstverwaltung ist Demokratie und eigentlich vom Grundgesetz und der Niedersächsischen Landesverfassung geschützt; doch sie verkommt infolge der verfehlten Bundes- und Landespolitik immer mehr zu einer Farce, sie besteht nur noch auf dem Papier.“ Allein zwischen November 2008 und Sommer 2009 sind nach Angaben der Linksfraktion zehn Gesetze auf Bundesebene verabschiedet worden, die bis zum Jahr 2013 zu einer Mehrbelastung in Höhe von 1,9 Milliarden Euro für die niedersächsischen Kommunen führen. „Diese Gesetze wurden von der niedersächsischen Landesregierung abgenickt“, betonte Sohn.

Für die Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit der Kommunen sei eine kommunale Finanzreform notwendig. Sohn forderte, alle bereits beschlossenen Steuersenkungen rückgängig zu machen, die zu Mindereinnahmen für die Städte und Gemeinden geführt haben. Ministerpräsident David McAllister müsse dem Landtag eine entsprechende Bundesratsinitiative vorlegen. „Die Landesregierung muss die Bundesregierung unter Druck setzen“, sagte Sohn. Zugleich müsse die Landesregierung dem Vorhaben der Bundesregierung entschieden entgegentreten, die Gewerbesteuer abzuschaffen. „Das Gegenteil ist nötig: McAllister muss sich für eine deutliche Stärkung der Gewerbesteuer einsetzen“, verlangte Sohn.

09. September 2010  Aktuell

AUF NACH OLDENBURG!

DIE ERWERBSLOSENDEMO AM 10.10.

IST KEIN X-BELIEBIGER TERMIN


Unter dem Motto “Krach schlagen statt Kohldampf schieben” ruft die organisierte Erwerbslosenbewegung im Verbund mit verschiedenen Gewerkschaften und vielen Verbänden ‘der Linken’ zur BUNDESWEITEN DEMO am Sonntag, den 10.10., 13.00h in Oldenburg, Hbf Südseite auf.

Das wegweisende am Demonstrationsaufruf ist nicht die Forderung nach Erhöhung der Hartz-IV-Sätze an sich. Wegweisend ist das Selbstverständnis und sind die Forderungen:

- ausreichend Geld für gesunde, ökologisch und regional erzeugte Lebensmittel,

- gesellschaftliche Kontrolle über die Lebensmittelproduktion

- sinnvolle Arbeit mit existenzsicherndem Einkommen.

Damit erfüllt die Erwerbslosenbewegung eine ureigenste Aufgabe der Linken: sie stellt die richtigen Zusammenhänge der Einzelprobleme und -interessen her und schafft die Grundlage für gemeinsame Kämpfe.
Ihre Forderungen decken sich mit den Interessen von Bauern, die sich noch als Lebens-Mittel-Produzenten und nicht als Lohnunternehmer der Agrarkonzerne begreifen, und existenzsichernde Erlöse für ihre Produkte brauchen.
Sie decken sich mit den Interessen der Beschäftigten in der Landwirtschaft, im Transportgewerbe, der Verarbeitung und im Groß- und Einzelhandel, die gegen miese Arbeitsbedingungen und niedrige Löhne kämpfen und in Jobs arbeiten, in die sie durch  Hartz-Schreibtischtäter und die herrschenden Verhältnisse gezwungen werden, weil es wenig gesellschaftlich sinnvolle Arbeitsplätze gibt.
Sie decken sich mit den Interessen der ökologischen Bewegung, die auch gegen die agrarindustrielle Zerstörung der Natur, die Vergiftung der Lebensmittel, die quälerische Massentierhaltung, die  Auslaugung der Böden und Vernichtung der Artenvielfalt durch klimaschädigende, überdüngte Mais-Monokulturen als ‘Biomasse’ für sogenannte ‘erneuerbare Energien’ aufsteht. Die begreift, daß es Grenzen des Wachstums gibt, daß Energiewechsel vor allem eins bedeutet: den Systemwechsel weg von der bürgerlichen Marktwirtschaft mit ihrem Konsumterror.

Der ‘Green New Deal’ ist genausowenig ökologisch wie die ‘alte Atomindustrie’.

Die Forderungen decken sich mit den Interessen der Menschen weltweit, deren Lebensgrundlagen vor allem von westlichen Großkonzernen zerstört werden: durch Raubbau an der Natur,  fortgesetzten Landraub und rasant steigende Lebensmittelpreise als Folge der Flächenkonkurenz  zwischen Lebensmittelproduktion auf der einen und Futtermittel- und “Energiepflanzen”anbau auf der anderen Seite(Wenn die Industrieländer so weitermachen, müssen die Mexikaner bald nach HH-Eppendorf fliegen, um noch Tortillas zu kriegen!), durch Zerstörung regionaler Lebens- und Wirtschaftszusammenhänge, durch Produktionsverhältnisse auf den Feldern, in den Konsumgüterfabriken und  -klitschen, in denen ‘Vernichtung durch Arbeit’ einkalkuliert, zumindest billigend in Kauf genommen wird.

Arme Menschen sind durch ihre Armut gezwungen, wenigstens einen Teil ihrer Lebensnotwendigkeiten mit Billigprodukten zu decken – beim Discounter oder mit Atomstrom von Brüderle. Als wesentlicher, ‘sicherer’ Absatzmarkt liefern sie den Konzernen neues Geld für deren Profit- und Dumpingspirale – gegen ihren Willen.
“Wir wollen nicht als Rechtfertigung für den Preiskrieg der Discounter mißbraucht werden.”, heißt es in dem Demoaufruf. Und weiter: “Uns ist die Qualität unserer Ernährung und unserer Umwelt nicht egal. Und es ist uns auch nicht egal, unter welchen Bedingungen – weltweit – die Lebensmittel produziert und verkauft werden(…).Wir wollen faire, gerechte und nachhaltige Arbeits- und Lebensbedingungen für alle Menschen auf der ganzen Welt.” Ständig dagegen handeln zu müssen, die dauernde Vergewaltigung der Seele macht krank!
Die Erfahrungen armer Menschen mit der bürgerlichen Demokratie und ihrer ‘Zivilgesellschaft’ sind Erfahrungen von zunehmender Ausbeutung, Entwürdigung und Ausgrenzung, kein Wunder, denn was brutal begann kann nicht zärtlich werden:
Die erste Demokratie, die Gesellschaft im vorchristlichen Athen, war eine Sklavenhaltergesellschaft. Rechtlose Sklaven mußten die existentiell notwendigen Arbeiten verrichten, während ihre Herren sich philosophierend und forschend selbstverwirklichten oder mit architektonischen Plänen für die Bauwerke der griechischen Hochkultur Denkmäler setzen ließen – denn die Bauarbeiten mußten wiederum die Sklaven verrichten. Auch die Wiege der ersten Demokratie der Neuzeit, die USA des 18. und 19. Jahrhunderts, war eine Sklavenhaltergesellschaft.
Heute hat sich nur die Form der Ausbeutung geändert, der ‘Bauplan’ des Systems ist geblieben: Die bürgerliche Klasse, ihre gebildete ‘Zivilgesellschaft’ kann ihre kultivierte Hochgeistigkeit nur pflegen, weil die ‘niederen’, nährwertigen Arbeiten ‘die anderen’  tun. Und an diesen Privilegien halten sie fest – mit Zuckerbrot, mit der ‘zivilisierten’ Herrschaftsform der Demokratie, und wenn die Ressourcen  für’s  Zuckerbrot nicht mehr reichen, wenn sie abgeben, teilen müßten, dann mit der Peitsche. Die Übergänge sind fließend: Menschen müssen heute , in einer Zeit, in der geteilt werden muß (und könnte, denn es ist genug Notwendiges für alle da!), zu immer schlechteren Bedingungen arbeiten.  Dann, wenn sie alt, krank, nicht mehr verwertbar sind, werden sie zwar noch nicht als ‘unwertes Leben’ ‘ausgemerzt’, aber sie werden durch immer weitergehenden Entzug des Lebensnotwendigen ‘eingespart’. Um das politisch durchzusetzen, werden die ‘überflüssigen’ Menschen mittels Medienhetze in der öffentlichen Meinung als ‘Sozialparasiten’ erniedrigt. In den ‘rechtsfreien Räumen’der ARGEn, der BA’s und des Niedriglohnsektors werden Menschen gebrochen, indem sie wie Sklaven in jeden Job gezwungen werden bei Strafe des Verlustes der minimalen Existenzsicherung, wenn sie sich weigern.  Mütter mit Kindern, alle armen Menschen, die andere zu versorgen, zu pflegen haben, werden erpresst, denn die Sanktion trifft immer auch die, die sie lieben und für die sie sich verantwortlich erklären.  Menschen, die nach dem deutschen Faschismus ‘Nie wieder’ zu solchen Strukturen gesagt haben, sehen sich nun mit Ähnlichem konfrontiert .

Arme werden von einem großen, in der Regel wohlsituierten Teil der derzeitigen Protestbewegungen alleingelassen. Was kein Wunder ist – die Hartz-Gesetze, die Gesundheitsreform, die fast grenzenlose Ausweitung der Niedriglohnsektors, viele EU-Gesetze und der Einstieg Deutschlands in die weltweiten Kriege der Reichen um Ressourcen mit den Menschenopfern auf Seiten der Armen sind auf den braunen Mist von ‘Rot-Grün’  gewachsen. Rot-Grün und Neonazis – zwei Seiten einer Medaille ?!
Arme Menschen werden ausgegrenzt. Auf den Boden ihrer Vereinzelung, Entwürdigung und Ohnmacht säen die ‘Sarrazins’ ihre unheilvolle Saat – und sie geht auf. Viele werden Opfer der ‘ Meinungsmache’ und fangen an, selber auszugrenzen, rassistisches Gedankengut zu übernehmen oder schließen sich gleich rechten ‘Kameradschaften’ an, die – natürlich nur deutschen – Armen nicht mit der gleichen Sozialarroganz begegnen, wie viele Linksintellektuelle.

Wir sind Linke, weil wir TEILEN wollen statt zu herrschen, statt nur größere Teilhabe an den Herrschaftsprofiten zu fordern.
Die begrenzten natürlichen Ressourcen teilen, mit allen Menschen und allem Lebendigen, das Recht auf würdiges Leben teilen,  so daß jedem die existentiell notwendigen  Güter zur Verfügung stehen,  die Arbeit teilen, um sie herzustellen,  die Chancen und Zeit für die Entwicklung der besonderen Fähigkeiten und Neigungen jedes Einzelnen, die

Möglichkeit zur Selbstverwirklichung teilen.
Wenn wir als Linke nicht vor allem Teil des Klassenkampfs,  sondern genauso beliebig und ignorant damit umgehen werden wie Teile der Gesellschaft und der ‘Protestbewegten’, werden wir von der Entwicklung gesellschaftlicher Verhältnisse überrollt, die zu verhindern schon unsere Großväter in Buchenwald geschworen haben.

AUF NACH OLDENBURG!!!


Vorher aber, auf nach Berlin!

Hinweise an einen Banker

31. August 2010  Aktuell, Partei, Themen, Uelzen

Spitzmarke

Thilo Sarrazin, SPD, Bundesbanker. – Ihre tiefsitzende Furcht vor Überfremdung des Deutschen Volkes durch minder intelligente und minder werte Muselmanen haben Sie nun auch in Buchform ausgebreitet: „Deutschland schafft sich ab“.

Gegen Xenophobie gibt es kein Heilverfahren, nur schonungslose Diagnose (formuliert auf Ihrem Argumentationsniveau): Sie leiden darunter, dass Sie nicht von germanischen Heroen, sondern von sarazenischen Grabräubern abstammen. Denn der Name Sarrazin – das können sich sogar Deutsche mit türkischem Migrationshintergrund aus der Internet-Enzyklopädie Wikipedia zurechtbuchstabieren! – ist seit tausend Jahren in Mitteleuropa dokumentiert (lat. Saracenus). Er verweise, heißt es da, auf die Abstammung seiner Träger von den Sarazenen, ein Nomadenvolk, das einst in Arabien siedelte und dessen Nachfahren während der islamischen Eroberungszüge über die Türkei nach Mitteleuropa gelangten. Der Name Sarrazin, schränkt Wikipedia ein, habe in Einzelfällen auch auf die Zugehörigkeit seines Trägers zu den „Zigeunern“ angespielt.

Was nun, Herr Sarrazin? Schwamm drüber, Namen sind Schall und Rauch, Sie hingegen etwas Besonderes: Im Allerheiligsten der Deutschen, im Vorstand ihrer Zentralbank, sind Sie erst der zweite Rassist. Der erste war Nazi-Reichsbankpräsident Hjalmar Schacht.

Volker Bräutigam