Guttenberg sagt tschüss….

01. März 2011  Aktuell, Partei, Themen, Uelzen

Ein Gauner unter vielen

Wir bedauern es in gewisser Hinsicht, dass Karl-Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg zurückgetreten ist. Endlich hatten wir einen CDU-Politiker gefunden, der das repräsentiert, was wir jahrelang kritisieren und was für die bei uns praktizierte Demokratie so typisch ist: Unter dem Deckmantel vermeintlicher Werte wird ein Vertreter der Herrschenden (hier des Geldadels, reich geworden durch jahrhundertlange Raubzüge gegen die Armen des Landes), mit der allumfassenden Fürsprache von doppelzüngigen Politikern, heuchelnden Medien und gierigen Konzernherren wie ein Popstar nach oben gehimmelt . Und dabei hat er bei Licht gesehen nur das getan, was die tägliche Arbeit der Politiker und vieler Medien in Wirklichkeit ist: Betrügen, die Unwahrheit sagen, beschönigen . mit dem Ziel, dazu beizutragen, dass der untere Teil der Gesellschaft, die mies behandelten Rentner und die gebeutelten Arbeitnehmer für die Privilegien der Reichen und Mächtigen weiter bluten müssen (z.B. Bankenskandal). Und wenn es dabei mit hohem Geschick auch noch gelingt, Sympathien in der breiten Bevölkerung zu erwerben, ohne dass die Betroffenen bemerken, welchen Interessen sie eigentlich aufsitzen, dann gilt ein Guttenberg zwangsläufig als unverzichtbarer Polit- Pop-Star. Mit solchen Politikern fällt es leichter, über Tote in einem barbarischen Krieg am Hindukusch oder über das Schicksal von Hartz IV-Betroffenen hinwegzublenden. Man kann nur ein Betrüger und Lügner sein, um so etwas zu vollbringen. Weil er den Schein und die Entpolitisierung fast perfekt bediente, war der Adelige mit den vielen Vornamen in der CDU/CSU und in den Machteliten in Wirtschaft und Gesellschaft so wichtig und schwer ersetzbar. Für sie ist die Guttenberg – Betrugsaffäre ein Super-GAU. Deswegen jetzt das große Wehklagen und doppelbödige Gejammer. Mit dem Klau des Doktortitel hat Guttenberg vielen Menschen endlich einmal ungeschminkt und schlaglichtartig gezeigt – trotz der propagierten Glamour-Oberfläche – , aus welch düsteren Farben die Politik und Charakterqualität seiner Couleur in Wirklichkeit gemischt ist. Wegen der Klarheit und Wahrheit und aus pädagogischen Gründen hätten wir es lieber gesehen, wenn er uns dieses Bild ein wenig länger erhalten geblieben wäre Das hätte vielleicht noch mehr Menschen als bisher die Augen geöffnet.

Aus dem Satire-Magazin “Titanic” ein paar Stellungnahmen zum Rücktritt

“Ein Verteidigungsminister geht, eine Republik weint. Aber Tränen sind das Schmiermittel der Demokratie. Kanzlerin Merkel sollte achtgeben, nicht darauf auszurutschen.”

(Josef Joffe, ZEIT-Arbeiter)

“In Afghanistan sterben deutsche Soldaten, und was macht Guttenberg? Er tritt zurück! Mit Pietät hat das nichts mehr zu tun!”

(Sigmar Gabriel, Anti-Guttenberg-Mob)

“Gut, daß Sie mich informieren! Wir werden umgehend Mr. Guttenbergs Konten einfrieren lassen.”

Hillary Clinton, US-Tiefkühlministerin

“Schade um ihn. Wenn ich übrigens geahnt hätte, wie viele Fehler in Herrn Guttenbergs Dissertation stecken, hätte ich die Arbeit bestimmt mal gelesen.”

Peter Häberle, Doktorvater

Dioxin_im_Boden?

01. März 2011  Aktuell, kommunales, Uelzen

Der Dioxinskandal verblaßt - die Journaille ist nach Nordafrika weitergezogen. Das Landleben könnte wieder so schön idyllisch sein, wenn nicht, ja wenn nicht …

Schöne klare Luft, strahlende Sonne und gar nicht so kalt; raus in die Glockenblumen und genießen, dachte ich mir, doch hinter fast jedem Knick im Landkreis lauern inzwischen Deponieen von Geflügelfäkalien und Klärschlamm, mit denen die ausgebeuteten Böden gepimpt werden sollen. Belastung von Lebensmitteln, Grund- und Oberflächenwasser – Stichwort Speisefische – mit verschiedenen Gift- und Schadstoffen sind damit zu erwarten. So wird der König Kunde zum Vorkoster.
 

 

Zum Teil liegt der Giftmüll hier seit 3 Monaten ohne Abdeckung, d.h. wenn er ausreichend trocken ist, wird sein Staub durch unsere Dörfer getrieben und kann so unsere Lungen und Schleimhäute verletzen. Es reicht nicht, daß sie unsere Körper als Endlager ihrer vergifteten Produkte - wir sind am Ende der Nahrungskette!!! – mißbrauchen, wir sollen auch noch die Abraumhalden ihrer (Fleisch)Fabriken in Kauf nehmen. Aber Atemluft versauen reicht noch nicht: nach unten, zum Boden hin, sind die Deponien ebenfalls nicht abgedichtet und so kann bei Regen und – lecker, lecker – bei Tauwetter der giftige Auszug ins Grundwasser abgehen und außerdem – wir haben bei uns eine der Dummequellen vor Ort, Oberflächengewässer verunreinigen.
 
Das Zeug ist so schon giftig genug – zahlreiche an Atemwegserkrankungen leidende Bauernkinder bezeugen das; nach dem Dioxinskandal frage ich mich: Das Futter ist verseucht, die Tiere sind verseucht, unser Essen, das daraus hergestellt wird, ist verseucht und die Scheiße ist sauber??? Was passiert mit dem Dioxin im Boden???? Der Mais, immer gefräßig und auf der Suche nach Nährstoffen, läßt seine Finger davon! 
 
 
 
 
 
 
 
(Boden unter einer ehemaligen Lagerstätte ca. 6 Monate später)
 
 
 
 
 
 
 
Die Verwaltung wurde bereits vor einem Jahr darüber informiert, passiert ist nichts. Es ist allerdings fraglich, ob sie Handlungsmöglichkeiten hat, denn die entsprechenden Gesetze, Auftragsarbeiten der mafiosen Netzwerke von Lebensmittelindustrie, skrupellosen Bauern und korrupten Politikern, binden motivierten Mitgliedern der entsprechenden Aufsichtsbehörden sprichwörtlich die Hände.
Welchen Grad an Skandal brauchen wir eigentlich, damit das abgestellt wird.

 Wir wollen gesunde Lebensmittel zu sozialen Preisen, hergestellt mit fairen Löhnen.

 

K.Lüdemann (SPD) und Henning Otte (CDU) stimmen gegen die Schwachen

27. Februar 2011  Aktuell, Partei, Themen, Uelzen

SPD kämpft bis zum Umfall
Anstatt die CDU/FDP in ihrem Hartz IV-Sumpf schmoren zu lassen, sind die Sozaldemokraten mal wieder umgefallen und stimmten dem perfiden Gesetzesvorhaben der Merkel-Regierung – mit einigen unwesentlichen Änderungen – zu. Einen Tag später dann die üblichen heuchlerischen Statesments der obersten Sozis.

Gabriel und Beck stellten sich hin und zweifelten öffentlich an der Verfassungsrechtlichkeit der Neuregelung der
Hartz-Gesetze. Warum, so fragt man sich, haben die Sozialdemokraten bei dieser rechtlichen Einschätzung mit 130 Ja-Stimmen und nur einer Enthaltung im Bundestag einem verfassungswidrigen Gesetz die Zustimmung gegeben? Auch die Bundestagsmitglieder aus unserer Region: Kirsten Lühmann (SPD) und Henning Otte (CDU) haben dem Unrecht ihren Segen gegeben. Johanna Voß aus dem Nachbarkreis Lüchow-Dannenberg, seit einigen Monaten Bundestagsmitglied der Linken, hat das Gesetz abgelehnt.

Die Parteivorsitzende der Linken Dr. Gesine Lötzsch: “Gabriel und Beck machen ihre miese Politik auf Kosten von mehr als sieben Millionen Langzeitarbeitslosen und Menschen, die trotz Arbeit so wenig verdienen, dass sie zum Amt gehen und aufstocken müssen. Beck und Gabriel haben sich daran beteiligt, dass ein Gesetz zustandekommt, das zu Lasten der Arbeitslosen und ihrer Familien geht. Wenn sie nur einen Tag nach der Abstimmung öffentlich an der Verfassungskonformität zweifeln, dann will die SPD-Führung darüber hinwegtäuschen, dass sie einem völlig inakzeptablen Gesetz zugestimmt hat. Sie will sie sich aus der Verantwortung stehlen.” Es zeigt sich mal wieder, dass die sozial-getünchten Worte der Sozialdemokraten hohl und nichts wert sind.

Der Hamburger Soziologe E.Scheunemann hat die Haltung der Sozis sarkastisch und deutlich beschrieben: “Die Vorhaut der Arbeiterbewegung hat wieder einen epochalen Sieg im Kampfe für Gerechtigkeit und Solidarität, wenn nicht für den demokratischen Sozialismus errungen: drei Euro mehr als vom Klassenfeind geplant für die Verdammten dieser Erde! Ein Hoch den roten Revolutionären! ” (Quelle)

Weniger weibliche Kinder rund um Gorleben

26. Februar 2011  Aktuell, Pressemitteilungen, Themen, Uelzen

Die Linke fordert Aufklärung im Landtag

Nach einer Untersuchung von Wissenschaftlern des Helmholtz-Zentrums München besteht die hohe Wahrscheinlichkeit, dass die Standorte von Kernkraftwerken Auswirkungen auf die Geburtenrate haben. Es sei festgestellt worden, dass die Geburtenrate von Jungen in der Umgebung von Kernkraftwerken höher liegt, als anderswo. Von daher sei es höchstwahrscheinlich so, dass radioaktive Emissionen mehr weibliche Embryonen absterben lassen und bei den Lebendgeborenen mehr Jungen übrig bleiben.
Im Landkreis Lüchow-Dannenberg lag das Geburtenverhältnis bis 1995 bei 102 Jungen bei 100 Mädchen, im Bundesdurchschnitt etwas höher. Seit 1996 steigt diese Verhältnis kontinuierlich an.”, sagte Ralf Kusmierz, einer der Autoren der Studie, gegenüber NDR 1 Niedersachsen, “das hängt mit großer Wahrscheinlichkeit mit radioaktiven Emissionen zusammen. Da in der Asse radioaktive Emissionen wie Gase bekannt seien, sei hier die Ursache erkennbar, sagte Kusmierz. In Gorleben seinen ihm die Ursachen jedoch nicht klar: “Ja, das ist rätselhaft. Ich habe beim Umweltministerium in Hannover angefragt und die Antwort erhalten. Es gibt keine Emissionen aus diesen Behältern. Das heißt eigentlich kennen wir keine Ursache dafür.”

Angesichts der signifikant verringerten Geburtenzahlen im Umfeld des Atommülllagers Gorleben hat DIE LINKE im Landtag die Veröffentlichung aller vorhandenen Messdaten gefordert. „Der Betreiber des Atommülllagers behindert seit Jahren das Einsichtsrecht des Landkreises Lüchow-Dannenberg. Diese Blockadehaltung muss beendet werden. Dabei darf es ohnehin nicht sein, dass im Wesentlichen der Betreiber die messtechnische Überwachung in Gorleben übernommen hat“, sagte Kurt Herzog, der umweltpolitische Sprecher der Fraktion.

Herzog forderte das Niedersächsische Umweltministerium als zuständige Aufsichtsbehörde auf, die bisherigen Messdaten des Betreibers zu überprüfen. Herzog wies darauf hin, dass es in der Vergangenheit fehlerhafte Messungen gegeben habe und Messgeräte versagt hätten. „Auch die Mess-Strategie des Ministeriums muss überprüft werden. Alle Messdaten sollten öffentlich zugänglich gemacht werden – auch die des Bundes“, so Herzog. Außerdem müsse das Ministerium in Zusammenarbeit mit Sozialministerin Aygül Özkan umgehend die fehlenden Daten und Geburtenzahlen aus den angrenzenden Gemeinden in den neuen Bundesländern besorgen und einbeziehen.

Vor Kurzem war bekannt geworden, dass in der Umgebung der Asse doppelt so viele Leukämie- und dreimal so viele Schilddrüsenkrebsfälle wie im statistischen Durchschnitt aufgetreten waren.

Zu befürchten ist, dass die Wirtschaftsparteien CDU und FDP alles nutzen werden, die Probleme zu bagatellisieren, um ihre tödliche Atompolitik weiterhin rechtfertigen zu können.

Uelzen: Neuer Skandal

24. Februar 2011  Aktuell, Themen, Uelzen

Schüler-Fete: Ausländer raus!

Das Heidestädtchen Uelzen macht wieder skandalöse Schlagzeiten: Zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage zeigt sie, dass sie gegen rechtsradikale Tendenzen nicht gefeit ist, trotz aller Beschwichtigungen der offiziellen politischen Vertreter. Erst ist es ein CDU-Stadtvertreter, der zusammen mit anderen Gleichgesinnten die “Ehre” eines ehemaligen NSDAP-Bürgermeisters retten und eine beschlossene Straßenumbenennung mit Hilfe eines Bürgerbegehrens rückgängig machen will, obwohl bewiesen ist, dass dieser Bürgermeister an der Plünderung jüdischen Vermögens, der Deportation von andersdenkenden Menschen in Konzentrationslager und Nazi-Zuchthäuser sowie am Erhängen eines Zwangsarbeiters beteiligt war.

Jetzt ist es das Herzog-Ernst-Gymnasium, das ins Gerede gekommen ist. Wie die Uelzener Lokalzeitung AZ berichtete, fand am vorigen Wochenende in der Stadthalle eine “Abi-Vorfreude-Party” von Schülern des Herzog-Ernst-Gymnasium statt. Am Eingang der Stadthalle wurde einem Schüler der elften Jahrgangsstufe der Zutritt mit dem Hinweis verweigert: “Heute keine Ausländer”. Es handelte sich um einen 19-jährigen Koreaner, der in einer Bienenbütteler Familie vorübergehend als Gastschüler zu Hause ist.
Der Veranstalter, der die Fete im Auftrag der Schüler (haben die soviel Geld?) organisiert hatte, sprach von Einzelfällen, während andere Betroffene es ganz anders erlebten. Sie bestätigen, dass die Eingangspatroullie, bestehend aus einer privaten Security, unmissverständlich darauf hinwiesen hatte, dass Ausländer bei der Fete unerwünscht seien. Kontrolle aufgrund ausländischen Aussehens? Der alltägliche Rassismus also, der hier seine Auferstehung und Fortsetzung findet.

Besonders frech der Vorwurf gegenüber der Polizei: Der Veranstalter weist gegenüber der AZ daraufhin, dass Polizeibeamte den Ablauf der Party verfolgt hätten: „Wenn da etwas nicht in Ordnung gewesen wäre, hätten die Polizisten ja eingreifen können oder sogar müssen.“ Es wird von der eigenen Verantwortung abgelenkt und sie einer Institution zugeschoben, die diese Verantwortung überhaupt nicht haben kann. Die Einlasskontrolle ist eindeutig Sache der Veranstalter.

Fest steht in jedem Fall: Es ist erstaunlich, wie selbstverständlich rechtsradikale Traditionspflege und der damit verwandte alltägliche Rassismus sich bis in die Mitte der Gesellschaft vorgefressen haben.
Das Internet-Forum der “Allgemeinen Zeitung” gibt einen illustren Überblick über “Volkes-Meinung”. Und der gibt kaum Hoffnung, dass es sich nur vereinzelt um Denkstrukturen im Bewusstsein der Bevölkerung handeln könnte.