Vetternwirtschaft in Uelzen?

04. März 2009  Aktuell, Uelzen

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SPD und CDU – Die Große Koalition des Schweigens

Es riecht in Uelzens politischen Kreisen nach Vetternwirtschaft.
Das bisherige Mitglied der Gesellschafterversammlung der Stadtwerke – der CDU-Fraktionsvorsitzende Christian Teppe – war im Herbst vorigen Jahres von seinem Amt zurückgetreten, weil es offenkundig eine Verquickung zwischen Amt und persönlichen Interessen gegeben hat.

In seiner Funktion als Rechtsanwalt soll er – so die einschlägigen Pressemeldungen – von den Stadtwerken Aufträge im Wert von mehreren zehntausend Euro im Jahr erhalten haben. Die Praxis bestand darin, das Mahnverfahren bei säumigen Kunden zunächst eigenständig über das Kundencenter der Stadtwerke abzuwickeln zu lassen und erst mit der Zustellung der vereinbarten Ratenzahlung den Kunden darüber zu informieren, dass die Ratenzahlung nunmehr über den Rechtsanwalt Christian Teppe abgewickelt werde und dieser Anwalt eine Gebühr vom Kunden kassiere.

Die Abgeordnete der Grünen Frau Ariane Schmäschke brachte es auf den Punkt: “Bürger, die ohnehin schon in finanziellen Schwierigkeiten stecken, obendrein noch mit schwerlich zu rechtfertigenden Anwaltsgebühren zu belasten, erweckt den Eindruck, man habe es mit Heuschrecken zu tun.”

Aber damit nicht genug:
Wie den Berichten der „Allgemeinen Zeitung“ zu entnehmen ist, haben auch andere Politiker an Aufträgen der Stadtwerke partizipiert. Die verantwortlichen Politiker weigerten sich bisher, die Öffentlichkeit über Einzelheiten zu informieren. „Im Interesse eines vertrauensvollen Umgangs mit allen Geschäftspartnern wolle man Stillschweigen wahren”, ließ der Aufsichtsratsvorsitzende der Stadtwerke Manfred Daum (SPD) verlauten.my city

Diese „Große Koalition des Schweigens“ von CDU und SPD
lässt vermuten, dass die Verstrickung von Politik und persönlichen Interessen erheblicher ist, als man der Öffentlichkeit glauben machen will. Die fehlende Bereitschaft zur rückhaltlosen Aufklärung der Vorgänge disqualifiziert die großen Parteien. Gleichwohl gilt es als sicher, dass sie am 16.3. 2009 aus ihren Reihen den Nachfolger von Teppe bestimmen werden.
Erstaunlich ruhig ist die Berichterstattung der „Allgemeinen Zeitung“ geworden, so als habe man sich als vierte Gewalt (Kontrolle durch Öffentlichkeit) arrangierend ausgeklinkt.

Dem zurückgetretenen Stadtwerkspezialisten Christian Teppe hat sich ein neues Betätigungsfeld eröffnet. Am 22.2.2009 hat er im Anzeigenblatt „General-Anzeiger“ Rechtstipps zum Punkteabbau in Flensburg veröffentlicht. Wie heißt es doch in einer altväterlichen Weisheit? Das Fett will allzeit oben schwimmen……. …

Uelzener Volksvertreter

17. Februar 2009  Aktuell, Themen, Uelzen

stopp für kinder!

Dr. P. Struck und H. Otte stimmen gegen die Armen

Dr. Peter Struck (SPD) und Henning Otte (CDU) aus dem Wahlkreis Uelzen-Celle erwiesen sich in der letzten Bundestagssitzung als mitleidlose Gegner der Armen. Sie weigerten sich mit ihrem Stimmverhalten, die Situation von unterstützungsbedürftigen Kindern nennenswert zu verbessern. Seit Jahren ist bekannt, dass sich die Situation von Kindern aus wirtschaftlich schwierigen Verhältnissen dramatisch verschlechtert haben und weiter zu verschlechtern drohen.

Norbert Struck, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe, forderte im Vorjahr ein neues Konzept der Kindergrundsicherung. “2,64 Euro täglich für Essen und Trinken und monatlich 8,46 Euro für Bus und Bahn gehen am Existenzsicherungsbedarf auf groteske Weise vorbei”.

Auch das Bundessozialgericht ist der Auffassung, dass die bestehende Unterstützung für Kinder nach den maßgeblichen rechtlichen Vorschriften verfassungs- widrig ist.

Selbst die SPD (noch unter Kurt Beck) schien Skrupel wegen ihrer jahrelangen Sozialabbau-Politik bekommen zu haben.

Am 9.6.2008 hieß es im SPD-Parteivorstand: „Mit Sorge müssen wir feststellen, dass die Chancen eines Kindes auf Bildung, gesunde Entwicklung, Teilhabe und Selbstbestimmung immer noch stark von der sozialen Herkunft abhängen. Das wollen wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten ändern. Unser Ziel sind gleiche und gute Lebensbedingungen für alle Kinder. Wir treten ein für Aufstieg und Gerechtigkeit. Wir wollen eine Gesellschaft gleicher Chancen – unabhängig von der sozialen Herkunft.“

In der Bundestagssitzung vom 13.2.09 hatte die SPD dann Gelegenheit, ihre Vorjahres-Vorstellungen zu realisieren. Mehr als ein peinlicher Flop kam dabei aber nicht heraus. Man will nun für 2009 einmalig einen Betrag von 100 € auskehren und eine Erhöhung der Regelleistungen für 6-13 jährige Kinder um rund 35 € gewähren. Kinder unter 6 und über 13 Jahre gehen leer aus. Fazit Eine moralisch-politische Bankrotterklärung, nach der milliardenschweren Unterstützung für kaputt gewirtschaftete Banken und Unternehmen (480 MRD € Unterstützung, das ist ein 110 km hoher Geldstapel aus 500 €-Noten !)

Die LINKE versuchte im Bundestag mit ihrem Antrag Anstand zu wahren. Sie forderte für Kinder bis 6 Jahren 276 € (bisher ca 211 €), für 7 bis 13 jährige 332 € (bisher 211 €) und für über 14 Jahre 358 € (bisher 281€).
Die Fraktion der Grünen stimmte diesem Antrag zu.

DIE LINKE Uelzen neu konstituiert

15. Februar 2009  Partei

Neuer Vorsitzender der Linken


Enrico Schülbe

Enrico Schülbe

Die Mitglieder der Linken im Kreisverband Uelzen wählten am 3. Februar 2009 Enrico Schülbe (35) zu ihrem neuen Vorsitzenden. Sein vordringliches Ziel sei – so Schülbe –die Stärkung der Präsenz der Linken im Kreis. „Unsere bisher geringen Aktivitäten und unsere verbesserungswürdigen Mitgliederzahlen stehen im Widerspruch zu unseren teilweise sehr gutenWahlergebnissen im Kreis.“ Seine Partei müßte alles tun, um die Menschen in der Überzeugung zu stärken, dass nur sie eine wirkliche politische Alternative zu den anderen Parteien bietet.

„ Die mitleidlose Sanktionspolitik der Uelzener Agentur für Arbeit gegen Erwerbslose oder die unmoralischen Abzockversuche bei den Stadtwerken zeigen beispielhaft, dass die hiesigen politisch Verantwortwortlichen keinen Deut besser sind, als diejenigen im Bund, die den Bankern das Geld nachwerfen, aber den nahenden Staatsbankrott ausrufen, wenn es um geringe Rentenerhöhungen oder um ein paarVerbesserungen für Arbeitslose und Hilfsbedürftige geht“.

Die Linke trifft sich jeweils am 1. Dienstag im Monat um 19:00 Uhr im Gildehaus in Uelzen. Gäste sind herzlich willkommen.