FDP-Politiker Firus und Börner unter Druck
Die FDP-Lokalpolitiker Jörg Firus und Sebastian Börner beziehen Aufwandsentschädigungen bzw. Fahrgeldersttattungspauschalen für ihre ehrenamtlichen Jobs im Rat der Stadt Uelzen, obwohl Firus offenkundig nicht mehr in Uelzen wohnhaft ist und Börner seit einem Jahr an keiner Sitzung teilgenommen haben soll.
Die Aufregung ist nun groß. Von Peinlichkeit und Verkommenheit ist unter den anderen Stadträten die Rede. Die einen sind “entsetzt”, die anderen fordern “schnelle Abhilfe”. Die Spitzen-Sozialdemokraten dagegen sind für die Probleme ihrer FDP- Koalitonäre nicht ansprechbar. Stadtoberhaupt Lukat ist im Urlaub, SPD-Fraktionsvorsitzender Manfred Daum äußerte sich nicht, sein Parteikollege Ralf Mustermann wich aus und sprach von “Gründen, die für die Öffentlichkeit nicht bestimmt waren”.
Tja, man wundert sich, über die Aufregung und fragt sich, was das für eine Gemeindevertretung sein muss, die das Verhalten ihrer FDP-Kollegen offenkundig erst bemerkte, nachdem der Rentner Alfred Fahldieck vergeblich versucht hatte, einen schriftlichen Protest im Hausbriefkasten des Vize-Bürgermeisters Firus unterzubringen.
Irgendwie ist das für Uelzen alles nicht sehr überraschend, die Parallelen zum Teppe-Skandal sind unverkennbar, der Verdacht persönlicher Privilegierung nicht auszuschließen. Die finanziellen Bedingungen der ehrenamtlichen Politiker: Ein Ratsherr/frau erhält rund 120 € pro Monat (Stand 2002), für einen stellv. Bürgermeister gibts außerdem 220 € (für einen Fraktionsvorsitzenden ab 10 Mitglieder-Fraktionsstärke 177 €), pro Sitzung werden 13 € und monatlich als Fahrtkostenpauschale 18 € gezahlt.







