Pressemitteilungen

Kontopfändung bei Armen ab 1.1.2012

13. Dezember 2011  Aktuell, Pressemitteilungen

Bundesregierung und Finanzindustrie
organisieren (Raub)zug
durch Konten armer Menschen
nach dem Motto

 

den letzten beißen die Kredithaie:

 

Bundesregierung entzieht tausenden Sozialhilfeempfängern, Erwerbslosen und Lohnabhängigen die Lebensgrundlage.

 Am 1. Januar 2012 verliert der bisherige Kontopfändungsschutz seine Gültigkeit.

 Alle Menschen, die vor diesem Datum auf ihrem Girokonto eine Pfändung hatten, die ins Leere ging, da die Einnahmen unter der Pfändungsfreigrenze von ca.1028Euro für einen Alleinstehenden lagen, z.B. bei Hartz IV-Empfängern, müssen im Januar damit rechnen, dass ihre Einkünfte vollständig weg sind, wenn sie ihr Konto nicht in ein sogenanntes P-Konto umgewandelt haben.

Außerdem: wenn das Konto überzogen ist, kann die Bank ohne Vorwarnung die Einkünfte, die laut Gesetz für den minimalen Lebensunterhalt gedacht sind, mit dem Dispo verrechnen und den Betroffenen nichts auszahlen.

Die 4 Wochen Zeit, die man bei einer Neupfändung hat, das Konto in ein P-Konto umzustellen, entfallen bei älteren Pfändungen.

Allein bei der Sparkasse Uelzen hatten Anfang Dezember hunderte Betroffene ihr Konto noch nicht umgestellt. Die Information, die die Banken aufgrund einer gesetzlichen Verpflichtung bis November schriftlich an Ihre Kunden versand hatten, sind nicht in dieser Dringlichkeit formuliert, so dass die Kunden die Gefahr, die ihnen droht, nicht erkennen können. Onlinenutzer berichten sogar, dass sie nicht informiert wurden.

Welche Auswirkungen die o.g. Tatsache in Ballungszentren wie z.B. Berlin hat, mag man sich lieber nicht vorstellen.

Nochmals im Klartext: Die Bundesregierung erlässt ein Gesetz, das in der Praxis dazu führt, dass der im Grundgesetz verbriefte Anspruch auf das Existenzminimum ausgehebelt wird.

Mit solidarischen Grüßen und Wünschen für ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein frohes neues Jahr …
Der SprecherInnenrat

Presseerklärung zur Kommunalwahl 2011

Presseerklärung des Kreisverbandes Uelzen der Partei Die Linke. zur Kommunalwahl 2011:

Teilen statt Teilhabe – Solidarität statt Korruption!

Wir spielen diesmal nicht mit:
Die Geschichte des Parlamentarismus ist eine Geschichte des politischen Betrugs. Für das Kollektiv der bürgerlichen Blockparteien(CDU, SPD, FDP, Grüne – kennst du eine kennst du alle) ist es selbstverständlich und normal, den Wähler im Wahlkampf über die eigenen Absichten nach der Wahl zu belügen, um sich besser zu verkaufen. So wird die Pazifistin zur Kriegsbetreiberin, der Menschenfreund zum Ausbeuter und der Liberale zum Unterdrücker.

Ein Abgeordneter hat ein Auftragnehmer seiner Wähler zu sein. Macht er Krieg, wenn wir es nicht wollen, wird er abberufen und kann unseretwegen Sozialhilfe beantragen. An unabhängige Abgeordnete und freie Gewissensentscheidungen glaubt heute kein Wähler mehr. Ein Beispiel dafür, wie uns diese Politiker verschaukeln wollen, ist die Verwendung des Begriffs „unabhängig“ im Untertitel einer Wahlkampfpostille für die CDU-Uelzen: Herausgeber ist der CDU-Landtagsabgeordnete Jörg Hillmer. Das Prinzip des sich nicht ständig vor seinen Wählern rechtfertigenden und abberufbaren Politikers ist von seinem Grundgedanken her ein wirtschaftlich motiviertes Täuschungsmanöver: Interessierte, z.B. Lobbyisten, Manager und, da wir von Kommunalpolitik reden, Bauunternehmer und Industriebauern, interessiert an Politikern nur ihr Preis; und es ist allemal billiger ein Parlament als ein ganzes Volk zu kaufen(ein „…System, das Korruption erlaubt, unterstützt und, was am wichtigsten ist, sie gewährleistet.“, Michael Moore).

An diesem Spiel wollen wir uns nicht beteiligen.

Zugegeben, es gibt auch in unseren Reihen korrupte und machtgeile Funktionäre, denen es wichtiger zu sein scheint, in der bürgerlichen Presse gut bürgerlich dazustehen, als unsere Sache entschieden und konsequent zu vertreten. Naiv oder skrupellos stellen sie sich als Instrumente zur Verfügung, unsere Partei zu zerlegen. Die Medien belohnen sie für diese Gleitfreudigkeit mit Präsenz und Schulterklopfen, während die sozialistischen Strömungen verleugnet und verleumdet werden.

Hoffnung, daß eine sozialistische Kultur in unserer Partei Chancen hat, machen Entscheidungen unserer Abgeordneten, als einzige, sich an der persönlichen Bereicherung durch Diätenerhöhungen nicht zu beteiligen. Für solche Grundsätze zu kämpfen ist notwendig!

“Wir, demokratische Sozialistinnen und Sozialisten, demokratische Linke mit unterschiedlichen linken Biografien, weltanschaulichen und religiösen Einflüssen, Frauen und Männer, Alte und Junge, Alteingesessene und Zugewanderte, haben uns in einer neuen linken Partei zusammengeschlossen. Wir halten an dem Menschheitstraum fest, daß eine bessere Welt möglich ist.”(aus der Präambel des Leitantrages des Vorstandes unserer Partei zum Entwurf unseres Parteiprogrammes).

Wir wollen hier in UE keine Politik FÜR die merkelschen Menschen und das merkelsche Land machen, sondern MIT Ihnen und Euch, Leserin und Leser, uns gemeinsam gegen Ausbeutung, Ausgrenzung, Unterdrückung und Fremdbestimmung zur Wehr setzen, um uns zurückzuholen was uns gestohlen wurde: unsere Würde und ein Leben ohne Angst vor Schurken.

„Linke Politik muss sich stets, auch und gerade in Regierungen, auf die Gewerkschaften und andere soziale Bewegungen und die Mobilisierung außerparlamentarischen Drucks stützen können, um nicht der strukturellen Macht von Kapitalinteressen und parlamentarischer Logik zu unterliegen. Wir wollen die Menschen ermutigen, selbst für ihre Interessen in Aktion zu treten.“ (aus dem Leitantrag des Vorstandes unserer Partei zum Entwurf unseres Parteiprogrammes).

Wenn wir so als politische Gemeinschaft gewachsen sind, stark genug und selbstbewußt sind und uns vorstellen können unsere Abgeordneten im Griff zu haben, werden wir uns in die Manege des Wahlzirkus’ begeben.

“Mit Solidarität von Allen – ein gutes Leben für Alle”

(Leitmotiv der LandesArbeitsGemeinschaft Soziales in der niedersächsischen Linken.)

Erklärung der BI “Keine Nazistraßen in Uelzen” zum Farina-Ergebnis

Der Peter Lücke-Spuk ist vorbei

 

Die Bürgerinitiative “Keine Nazistraßen in Uelzen” ist erleichtert darüber, dass das Bürgerbegehren zur Rückbenennung der Straße “Am Stadtgut” in “Farinastraße” wegen der fehlenden gültigen 34 Unterschriften unzulässig ist und damit nicht stattfinden kann:

“Es war moralisch und politisch verantwortungslos, dass CDU-Stadtrat Peter Lücke – Repräsentant einer demokratischen Partei – populistisch und mit platter Rhetorik versucht hatte, Uelzener Bürger und Bürgerinnen für ein Vorhaben zu gewinnen, das den Charakter des Ewiggestrigen trägt. Die Quittung hat er nun erhalten. Es ist dennoch ernüchternd zu sehen, dass immerhin fast 10% der Uelzener Bevölkerung bereit waren, einem Ex-Nazi-Bürgermeister 60 Jahre nach Kriegsende weiterhin in besonderer Weise zu ehren und zu huldigen, einen Bürgermeister, der den Terror der Nazis öffentlich bejubelte, Menschen ins KZ schickte, auf eigenes Betreiben einen Nazigegner nach Verbüßung der so genannten „Schutzhaft“ ins KZ überstellte und als Polizeichef sogar das öffentliche Aufhängen eines Zwangsarbeiters mitten in der Stadt durch ein SS-Lynchkommando duldete.

 

Zu verurteilen ist in diesem Zusammenhang auch die windelweiche Stellungnahme des Ersten Stadtrats Jürgen Markwardt, der das “knappe Stimmergebnis bedauert” und somit den Eindruck erweckt, es sei sein Wunsch gewesen, dass sich der peinliche CDU-Lücke-Spuk in einem Bürgerentscheid fortsetzt. Eine derartige Marginalisierung eines hohen Kommunal-Repräsentanten lässt die notwendige Klarheit und Bestimmtheit in der Frage der Legitimität der Rückbennenung vermissen.”

 

 


Bürgerentscheid über Farina erfolglos

CDU-Stadtrat Lücke sammelte zuwenig gültige Unterschriften

Das vom CDU-Stadtrat mitinitiierte Bürgerbegehren zur Wiedereinführung des Straßennamens “Farinastr.” (Farina war während der Zeit des Faschismus Uelzener Bürgermeister) findet nach Angaben der städtischen Pressestelle nicht statt.

Die Stadt Uelzen:

“Das Bürgerbegehren „Wiedereinführung des Straßennamens Farina“ ist unzulässig. Zu diesem Schluss kommt die Uelzener Stadtverwaltung. Das erforderliche Antragsquorum von 2.891 Unterschriften wurde um 34 Stimmen verfehlt. Ein Bürgerentscheid zur „Farinastraße“ wird demnach nicht durchgeführt. Am nächsten Montag befasst sich abschließend der Verwaltungsausschuss der Stadt Uelzen mit dem Thema.

„Die Stadtverwaltung war auf beide möglichen Ergebnisse vorbereitet. Die Anzahl der Unterschriften hat nun für das Bürgerbegehren faktisch nicht gereicht. Damit hat die vom Rat der Stadt Uelzen beschlossene Umbenennung „Am Stadtgut“ weiterhin Bestand“, sagt Uelzens Erster Stadtrat Jürgen Markwardt. „Unabhängig davon, dass es um die Umbenennung der Farinastraße geht, bedaure ich persönlich das knappe Stimmenergebnis. Trotz allem haben sich über 2.800 Uelzener einen Bürgerentscheid gewünscht, wir mussten aber diese rechtlich eindeutige Entscheidung treffen“, so Markwardt.

Die Initiatoren des Bürgerbegehrens haben bei der Stadt Uelzen 181 Unterschriftenlisten mit 3.396 Unterschriften eingereicht. Die Stadtverwaltung hat 2.857 gültige und 539 ungültige Unterschriften festgestellt.

Die ungültigen Stimmen betreffen 246 Unterzeichner, die außerhalb Uelzens wohnen, 119 Personen konnten nicht zweifelsfrei identifiziert werden, weil Eintragungen nicht leserlich oder so lückenhaft waren, dass die Unterzeichner nicht eindeutig ermittelbar waren. 77 Menschen haben doppelt unterschrieben, 36 haben nur einen Nebenwohnsitz in Uelzen, 32 haben weder die deutsche Staatsbürgerschaft noch sind sie EU-Bürger, 15 wohnen nicht seit drei Monaten in Uelzen, 11 haben ihre Unterschriften vergessen, zwei sind noch nicht 16 Jahre alt und eine Person hat kein Wahlrecht. „Die Überprüfung des Bürgerbegehrens richtet sich nach den Vorgaben der Niedersächsischen Kommunalverfassung“, sagt Stadtsprecherin Ute Krüger. Danach müssen die Unterzeichner wahlberechtigt für den Rat der Stadt Uelzen sein und ihren Namen, die Anschrift und das Geburtsdatum in die Unterschriftenliste so eintragen, dass sie zweifelsfrei identifizierbar sind. „Wir haben auch Unterschriften gewertet, bei denen Namensbestandteile, Adressangaben und Angaben zum Geburtsdatum teilweise fehlen, da die entsprechenden Personen durch einen Abgleich mit dem Wählerverzeichnis zweifelsfrei erkannt werden konnten“, erläutert Ute Krüger. Unterschriften von Menschen, die keinerlei Angaben zum Geburtsdatum gemacht haben, konnten nicht berücksichtigt werden. „Denn dann wäre theoretisch eine Übernahme von Adressen aus dem Telefonbuch Tür und Tor geöffnet, wofür wir hier aber keinerlei Anhaltspunkte haben.“

Die Stadtverwaltung hat die Initiatoren des Bürgerbegehrens bereits über das Ergebnis informiert.

Hintergrund:
Ein Bürgerbegehren muss von mindestens 10 Prozent der Uelzener Wahlberechtigten unterzeichnet sein. Dabei ist die bei der letzten Kommunalwahl festgestellte Zahl der Wahlberechtigten maßgeblich. Bei der letzten Kommunalwahl am 10. September 2006 waren insgesamt 28.910 Personen wahlberechtigt.”

Kurt Herzog (DIE LINKE):


Ankündigung eines Castortransportes in 2011 ist ein Affront

Der Landtagsabgeordnete der LINKEN im Niedersächsischen Landtag, Kurt Herzog, verurteilt die Ankündigung, dass für den Herbst 2011 wiederum ein Castortransport ins Wendland rollen solle als einen absoluten Affront. „Die beteiligten Akteure begreifen offensichtlich gar nichts. Bei den Betreibern ist das nicht überraschend, aber Aufsichtsbehörden und Bundesumweltministerium etc. machen weiter im alten Trott“, kritisierte der Umweltpolitiker der LINKEN. Es sei geradezu ein Witz, wenn angesichts der Havarie der Atomkraftwerke in Japan Deutschland zur Tagesordnung übergehe.

Die Treffen der CDU-Abgeordneten Pols und Bertholdes-Sandrock mit Polizei und Ministern, um den Dannenberger Kartoffelsonntag zu retten, muteten vor diesem Hintergrund geradezu rührend an. „Der Atomlobby wird die Dannenberger Kartoffel-Show am Allerwertesten vorbeigehen“, prognostizierte Herzog.

Im Übrigen seien die Verlautbarungen der CDU-Prominenz in keiner Weise Ernst zu nehmen. „Abgesehen von gehäuften Äußerungen von CDU-Funktionsträgern, die sich von Atomenergie distanzieren, setzt die Kreis-CDU nach wie vor in Beton-Manier darauf, ein Endlager in Gorleben durchzuziehen. Dazu paßt dann auch ein Castortransport in diesem Jahr.“

Ein Endlager in Gorleben bedeute aber ca. 1800 zusätzliche Castorbehälter, d.h. ca. 40 Jahre lang in jedem Jahr 4 Transporte der Größenordnung wie jetzt im November. „Wer E wie Endlager sagt, muss das dann der Bevölkerung auch sagen und nicht nur nach „Schmiergeldern“ schielen, so wie die CDU es in ihrem Kreistagsantrag schon macht“, so Herzog weiter.

Herzog wies darauf hin, dass die gesamte Transportlogistik beim Castor auf einer erheblichen Unterschätzung der schädlichen Strahlenwirkung basiere und forderte, dass bei der jetzigen Zäsur zur Nutzung der Atomenergie alles auf den Prüfstand gehöre. Dazu gehöre die Gesundheitsschädigung durch Neutronenstrahleung, die Erfassung von Krebserkrankungen in Lüchow-Dannenberg durch ein kleinräumiges Monitoring und die Klärung der signifikant niedrigeren Mächengeburtenrate um Gorleben. „Hier hat CDU-Sozialministerin Öskan bisher den Mund lediglich sehr voll genommen, aber getan hat sie noch nichts.“