Partei

Die Strafwut der Agentur für Arbeit

10. Juni 2011  Aktuell, Partei, Themen, Uelzen


Der Arbeitslose als Feind


Auf der einen Seite wirft die Regierung Wirtschaftsspekulanten Hunderte Milliarden Euro in den Rachen, auf der anderen Seite tobt sie sich gegen die Schwachen im Lande aus. Diese Art der Verteilung von Sympathie und Wertschätzung ist nicht neu. Neu ist allerdings, dass das Mass der Unverschämtheit wächst.

Dass die Arbeitslosenstatistiken geschönt sind, weiss inzwischen halbwegs jeder, der lesen kann. Als nicht arbeitlos gelten z.B. kurzfristig Arbeitsunfähige, Ein-Euro-Jobber, Aufstocker, von privaten Vermittlern betreute Arbeitslose, diejenigen, die gern arbeiten würden, aber keinen Anspruch auf staatliche Unterstützung haben oder Arbeitslose, die von einer Sperre betroffen sind.
Offiziell gab es in der Bundesrepublik im Mai 2011 2,96 Mio Arbeitslose (7,0%), faktisch arbeitslos sind aber fast 4 Mio =10%.

In Uelzen liegt die offizielle Quote etwas über dem Durchschnitt (3321 =7,5%), die Zahl der versteckten und verdeckten Arbeitslosen hinzugerechnet bei 4479 = 10 %.

Die wirtschaftliche Situation der Arbeitslosen ist katastrophal: So berechnet sich die Armutsrisikogrenze nach letzten bekannten Informationen auf 935 Euro, das durchschnittlich gezahlte Arbeitslosengeld liegt mit 746 Euro deutlich darunter. Aber das reicht den verantwortlichen Berliner Politikern noch immer nicht. Sie billigen klammheimlich, dass die Betroffenen von den Behörden inzwischen wie Freiwild behandelt werden: Sperrzeiten und Sanktionen nehmen permanent zu, obwohl die Anzahl der Leistungsberechtigten abgenommen hat. So musste Frau Merkel gegenüber der Linken zugeben, dass jeder sechste erwerbsfähige Hartz-IV-Bezieher mit Sanktionen – also Leistungskürzungen – verfolgt wurde. Im Extremfall werden die Betroffenen auf Null-Diät gesetzt. Dann zahlt das Jobcenter keinen Cent mehr. Oftmals zu Unrecht, wie sich dann in den Gerichtsverfahren erweist. Die Arbeitsagenturen waren in den 7000 erledigten Klagen zu mehr als 60 Prozent unterlegen.

Doch nicht nur Hartz IV-Betroffene werden mit Sanktionen schikaniert. Auch Bezieher von Arbeitslosengeld, einer reinen Versicherungsleistung, sind immer häufiger Adressaten der gnadenlosen Strafwut. Im vergangenen Jahr verhängten die Agenturbürokraten mehr als 765 000 Sperrzeiten. Wer nun glaubt, hier würden vor allem faule Arbeitslose sanktioniert, der irrt. Ein verschwindend kleiner Anteil von weit weniger als 10% betraf Fälle von “Arbeitsablehnung” oder den “Abbruch der Eingliederungsmassnahmen”. Mehr als 500 000 Sperren erfolgten aus kleinlichen Gründen wie z.B. “verspätete Arbeitssuchendmeldung” oder einfach nur wegen eines “Meldeversäumnisses”. Diese Sanktionswut der Ämter ist reine Willkür, allein schon vor dem Hintergrund, dass auf zehn Arbeitlose nicht einmal eine freie Stelle kommt. Die Agentur in Uelzen – früher bereits aufgefallen als eine der Sanktionseiferinnen – bildet unter den Job-Centern auch jetzt keine Ausnahme:
Anstatt dafür zu sorgen, dass z.B. die rund 10%ige Arbeitslosigkeit der 15-25 Jährigen im Kreis Uelzen gesenkt wird, hat auch sie offenkundig Freude am Schikanieren und Drangsalieren. Aus Angaben vom Januar dieses Jahres ist zu entnehmen, dass nur wenige Arbeitslose wegen der Ablehnung eines Jobs Sperren hinnehmen mussten. Weit über 60% wurden von den heimischen Ordnungs-Bürokraten ebenfalls wegen irgendwelcher Lappalien mit Sanktionen, das heisst Geldentzug, bestraft.

Fast ist man geneigt zu vermuten, dass der Chef der Bundesarbeitsagentur Frank-Jürgen Weise seine Erfahrungen als Leiter der Strukturkommission der Bundeswehr zu nutzen versucht, das Leben der Arbeitslosen zu militarisieren. Oder war es umgekehrt?

Kurt Herzog (DIE LINKE):


Ankündigung eines Castortransportes in 2011 ist ein Affront

Der Landtagsabgeordnete der LINKEN im Niedersächsischen Landtag, Kurt Herzog, verurteilt die Ankündigung, dass für den Herbst 2011 wiederum ein Castortransport ins Wendland rollen solle als einen absoluten Affront. „Die beteiligten Akteure begreifen offensichtlich gar nichts. Bei den Betreibern ist das nicht überraschend, aber Aufsichtsbehörden und Bundesumweltministerium etc. machen weiter im alten Trott“, kritisierte der Umweltpolitiker der LINKEN. Es sei geradezu ein Witz, wenn angesichts der Havarie der Atomkraftwerke in Japan Deutschland zur Tagesordnung übergehe.

Die Treffen der CDU-Abgeordneten Pols und Bertholdes-Sandrock mit Polizei und Ministern, um den Dannenberger Kartoffelsonntag zu retten, muteten vor diesem Hintergrund geradezu rührend an. „Der Atomlobby wird die Dannenberger Kartoffel-Show am Allerwertesten vorbeigehen“, prognostizierte Herzog.

Im Übrigen seien die Verlautbarungen der CDU-Prominenz in keiner Weise Ernst zu nehmen. „Abgesehen von gehäuften Äußerungen von CDU-Funktionsträgern, die sich von Atomenergie distanzieren, setzt die Kreis-CDU nach wie vor in Beton-Manier darauf, ein Endlager in Gorleben durchzuziehen. Dazu paßt dann auch ein Castortransport in diesem Jahr.“

Ein Endlager in Gorleben bedeute aber ca. 1800 zusätzliche Castorbehälter, d.h. ca. 40 Jahre lang in jedem Jahr 4 Transporte der Größenordnung wie jetzt im November. „Wer E wie Endlager sagt, muss das dann der Bevölkerung auch sagen und nicht nur nach „Schmiergeldern“ schielen, so wie die CDU es in ihrem Kreistagsantrag schon macht“, so Herzog weiter.

Herzog wies darauf hin, dass die gesamte Transportlogistik beim Castor auf einer erheblichen Unterschätzung der schädlichen Strahlenwirkung basiere und forderte, dass bei der jetzigen Zäsur zur Nutzung der Atomenergie alles auf den Prüfstand gehöre. Dazu gehöre die Gesundheitsschädigung durch Neutronenstrahleung, die Erfassung von Krebserkrankungen in Lüchow-Dannenberg durch ein kleinräumiges Monitoring und die Klärung der signifikant niedrigeren Mächengeburtenrate um Gorleben. „Hier hat CDU-Sozialministerin Öskan bisher den Mund lediglich sehr voll genommen, aber getan hat sie noch nichts.“

Guttenberg sagt tschüss….

01. März 2011  Aktuell, Partei, Themen, Uelzen

Ein Gauner unter vielen

Wir bedauern es in gewisser Hinsicht, dass Karl-Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg zurückgetreten ist. Endlich hatten wir einen CDU-Politiker gefunden, der das repräsentiert, was wir jahrelang kritisieren und was für die bei uns praktizierte Demokratie so typisch ist: Unter dem Deckmantel vermeintlicher Werte wird ein Vertreter der Herrschenden (hier des Geldadels, reich geworden durch jahrhundertlange Raubzüge gegen die Armen des Landes), mit der allumfassenden Fürsprache von doppelzüngigen Politikern, heuchelnden Medien und gierigen Konzernherren wie ein Popstar nach oben gehimmelt . Und dabei hat er bei Licht gesehen nur das getan, was die tägliche Arbeit der Politiker und vieler Medien in Wirklichkeit ist: Betrügen, die Unwahrheit sagen, beschönigen . mit dem Ziel, dazu beizutragen, dass der untere Teil der Gesellschaft, die mies behandelten Rentner und die gebeutelten Arbeitnehmer für die Privilegien der Reichen und Mächtigen weiter bluten müssen (z.B. Bankenskandal). Und wenn es dabei mit hohem Geschick auch noch gelingt, Sympathien in der breiten Bevölkerung zu erwerben, ohne dass die Betroffenen bemerken, welchen Interessen sie eigentlich aufsitzen, dann gilt ein Guttenberg zwangsläufig als unverzichtbarer Polit- Pop-Star. Mit solchen Politikern fällt es leichter, über Tote in einem barbarischen Krieg am Hindukusch oder über das Schicksal von Hartz IV-Betroffenen hinwegzublenden. Man kann nur ein Betrüger und Lügner sein, um so etwas zu vollbringen. Weil er den Schein und die Entpolitisierung fast perfekt bediente, war der Adelige mit den vielen Vornamen in der CDU/CSU und in den Machteliten in Wirtschaft und Gesellschaft so wichtig und schwer ersetzbar. Für sie ist die Guttenberg – Betrugsaffäre ein Super-GAU. Deswegen jetzt das große Wehklagen und doppelbödige Gejammer. Mit dem Klau des Doktortitel hat Guttenberg vielen Menschen endlich einmal ungeschminkt und schlaglichtartig gezeigt – trotz der propagierten Glamour-Oberfläche – , aus welch düsteren Farben die Politik und Charakterqualität seiner Couleur in Wirklichkeit gemischt ist. Wegen der Klarheit und Wahrheit und aus pädagogischen Gründen hätten wir es lieber gesehen, wenn er uns dieses Bild ein wenig länger erhalten geblieben wäre Das hätte vielleicht noch mehr Menschen als bisher die Augen geöffnet.

Aus dem Satire-Magazin “Titanic” ein paar Stellungnahmen zum Rücktritt

“Ein Verteidigungsminister geht, eine Republik weint. Aber Tränen sind das Schmiermittel der Demokratie. Kanzlerin Merkel sollte achtgeben, nicht darauf auszurutschen.”

(Josef Joffe, ZEIT-Arbeiter)

“In Afghanistan sterben deutsche Soldaten, und was macht Guttenberg? Er tritt zurück! Mit Pietät hat das nichts mehr zu tun!”

(Sigmar Gabriel, Anti-Guttenberg-Mob)

“Gut, daß Sie mich informieren! Wir werden umgehend Mr. Guttenbergs Konten einfrieren lassen.”

Hillary Clinton, US-Tiefkühlministerin

“Schade um ihn. Wenn ich übrigens geahnt hätte, wie viele Fehler in Herrn Guttenbergs Dissertation stecken, hätte ich die Arbeit bestimmt mal gelesen.”

Peter Häberle, Doktorvater

K.Lüdemann (SPD) und Henning Otte (CDU) stimmen gegen die Schwachen

27. Februar 2011  Aktuell, Partei, Themen, Uelzen

SPD kämpft bis zum Umfall
Anstatt die CDU/FDP in ihrem Hartz IV-Sumpf schmoren zu lassen, sind die Sozaldemokraten mal wieder umgefallen und stimmten dem perfiden Gesetzesvorhaben der Merkel-Regierung – mit einigen unwesentlichen Änderungen – zu. Einen Tag später dann die üblichen heuchlerischen Statesments der obersten Sozis.

Gabriel und Beck stellten sich hin und zweifelten öffentlich an der Verfassungsrechtlichkeit der Neuregelung der
Hartz-Gesetze. Warum, so fragt man sich, haben die Sozialdemokraten bei dieser rechtlichen Einschätzung mit 130 Ja-Stimmen und nur einer Enthaltung im Bundestag einem verfassungswidrigen Gesetz die Zustimmung gegeben? Auch die Bundestagsmitglieder aus unserer Region: Kirsten Lühmann (SPD) und Henning Otte (CDU) haben dem Unrecht ihren Segen gegeben. Johanna Voß aus dem Nachbarkreis Lüchow-Dannenberg, seit einigen Monaten Bundestagsmitglied der Linken, hat das Gesetz abgelehnt.

Die Parteivorsitzende der Linken Dr. Gesine Lötzsch: “Gabriel und Beck machen ihre miese Politik auf Kosten von mehr als sieben Millionen Langzeitarbeitslosen und Menschen, die trotz Arbeit so wenig verdienen, dass sie zum Amt gehen und aufstocken müssen. Beck und Gabriel haben sich daran beteiligt, dass ein Gesetz zustandekommt, das zu Lasten der Arbeitslosen und ihrer Familien geht. Wenn sie nur einen Tag nach der Abstimmung öffentlich an der Verfassungskonformität zweifeln, dann will die SPD-Führung darüber hinwegtäuschen, dass sie einem völlig inakzeptablen Gesetz zugestimmt hat. Sie will sie sich aus der Verantwortung stehlen.” Es zeigt sich mal wieder, dass die sozial-getünchten Worte der Sozialdemokraten hohl und nichts wert sind.

Der Hamburger Soziologe E.Scheunemann hat die Haltung der Sozis sarkastisch und deutlich beschrieben: “Die Vorhaut der Arbeiterbewegung hat wieder einen epochalen Sieg im Kampfe für Gerechtigkeit und Solidarität, wenn nicht für den demokratischen Sozialismus errungen: drei Euro mehr als vom Klassenfeind geplant für die Verdammten dieser Erde! Ein Hoch den roten Revolutionären! ” (Quelle)

Guttenberg legt Geständnis ab

22. Februar 2011  Aktuell, Partei, Themen, Uelzen

Foto Michael Panse/Wikimedia

Neue Vorwürfe: Auch den Adelstitel erschlichen?

Nachdem sich in der Sonnabendausgabe der Herausgeber der Allgemeinen Uelzener Zeitung (AZ), der Münchener Millionär Dirk Ippen (71), liebevoll der”Kaiser der Käseblätter” genannt,  die derzeitige Praxis der Vergabe von Doktortiteln moniert hat, sah sich dann gestern Karl-Theodor zu Guttenberg auf einer Wahlveranstaltung in Kelkheim endgültig veranlasst, seinen seltsam erworbenen Doktortitel aufzugeben.

Genutzt hat ihm das nicht viel, denn schon machen neue Verdächtigungen – so die website “Postillon” – die Runde: Angeblich habe der Verteidigungsminister auch seinen Adelstitel nicht aus eigener Kraft erworben, sondern einfach von seinem Vater übernommen.
Karl-Theodor zu Guttenberg bezeichnete die Vorwürfe in einer ersten Stellungnahme als “abstrus” und erklärte, er habe seinen Titel in mühevoller Kleinarbeit über Jahre hinweg ohne fremde Hilfe erworben.
Der Historiker Gunnar Borchert äußerte: “Alles weist darauf hin, dass der junge Karl-Theodor bereits bei seiner Geburt den Titel “Freiherr von und zu Guttenberg” einfach von seinem Vater übernommen hat, ohne irgendetwas dafür zu tun. Doch auch Guttenbergs Vater hat sich den Titel nicht selbst erarbeitet, sondern wiederum dreist von seinem Vater kopiert.” Laut Borchert könne diese Masche bis ins tiefste Mittelalter zurückverfolgt werden. “Hier wurde systematisch gesellschaftliches Ansehen ohne eigene Leistung erschlichen.”
Andere deutsche Adelige wie Ernst August Prinz von Hannover (“der Schläger und blaublütige Pisser des Hochadels”, BILD-Feind)) und Gloria Prinzessin von Thurn und Taxis ( wie Theodor von G. Trägerin des “Ordens wider den tierischen Ernst) äußerten sich empört über Karl-Theodor zu Guttenberg. Er werfe ein schlechtes Licht auf alle, die sich ihren Adel hart erarbeitet haben.
Wir sind gespannt, wie Karl Theodor diese neuerlichen Angriffe überstehen wird. Aber dennoch:
Ihm bleiben – das hat “Postillon” zutreffend bemerkt – sein gutes Aussehen, seine scharfe Frau, sein Amt als Minister, das famliäre steuerbegünstigte Stiftungsvermögen und seine grundlose Beliebtheit.  BILD hat bereits angekündigt: Karl-Theodor wird demnächst eine echte Doktorarbeit präsentieren. Thema: Die Auswirkungen von Haargel auf den menschlichen Verstand. Und danach ist der Gang ins Kanzleramt geplant.

Frei nach dem “Postillon”