Aktuell

Presseerklärung: Jörg Firus nicht tragbar

23. August 2009  Aktuell, Pressemitteilungen, Uelzen

images2Schluss mit dem Uelzener Filz

Die LINKE im Kreisverband Uelzen fordert SPD, CDU und FDP auf, in der Angelegenheit Jörg Firus die gesetzlichen Grundlagen einzuhalten und zusammen mit den Grünen zu beschließen, dass

der stellvertretende Uelzener Bürgermeister Firus durch den Verlust des Lebensmittelpunktes in Uelzen, seine Stadtratsämter aufzugeben hat. Mit dieser Maßnahme könnte nach dem CDU-Teppe-Skandal ein Teil des verloren gegangenen Vetrauens in die Uelzener Kommunalpolitik wiederhergestellt werden. Dass auch die oppositionelle CDU dem Gefälligkeitsgutachten des ersten Stadtrates A. Riggert folgen will, zeigt mit hinreichender Deutlichkeit, wie stark die Uelzener Kommunalpolitik vom gemeinsamen Filz beherrscht wird.

Wir als LINKE begrüßen die Haltung der Grünen, die diesen Zuständen eine Absage erteilen wollen. Sollte die Mehrheit des Stadtrates Firus trotz eindeutiger Rechtslage ein Alibi verschaffen, gehen wir davon aus, dass die Grünen eine Klage beim Verwaltungsgericht im Rahmen der Niedersächsischen Gemeindeordnung (NGO) erheben werden.

Stadthalle Uelzen: Parteien zur Wahl

19. August 2009  Aktuell, Uelzen, Veranstaltungen

Kandidaten klGäste bei Ver.di: Glänzen wollten sie alle

Der DGB und der Ver.di Vorsitzende Ernst Licht hatten am 18.8.2009 zur Podiumsdiskussion der Bundestagsdirektkandidaten aus dem Wahlkreis Uelzen/Celle eingeladen. Die Kandidaten von SPD, Grünen, SPD und der LINKEN fanden sich zu einer gut besuchten Veranstaltung in der Stadthalle ein. Der Direktkandidat Henning Otte von der CDU hatte abgesagt.

Und alle versuchten, sich volksnah und basisverbunden zu präsentieren. Der Kandidat der FDP, Ralf Überheim hatte es am schwersten, in der Höhle des Löwen zu überzeugen, vor einem Publikum, das überwiegend der Gewerkschaftsszene zuzurechnen war. Seine Ausführen über Leistung, Konkurrenz, Steuererleichterungen und Betriebsräte kamen nicht so recht rüber. Dennoch, sein Mut und die offene Art, sich einer Gewerkschaftsveranstaltung zu stellen, hob ihn wohltuend von der Aufgeblasenheit seiner Parteispitze um Westerwelle ab.

Frau Sabine Brunke-Reubold, Grüne, Betriebswirtin, persönlich sympathisch, wartete mit vielen Detail-Ideen auf: Der grundsätzliche Erhalt der Rente ab 67, ein Mindestlohn von 7,50 €, andere Zumutbarkeitsregelungen bei Hartz IV, Bürgergeld für alle, die energetische Unterstützung des Mittelstandes und einiges von dem, was die LINKE schon in der letzten Legislaturperiode im Bundestag vergeblich gefordert hatte, z.B. die Erhöhung der Einkommensteuer.

Für die SPD hielt Frau Kerstin Lühmann, Ex-Pressesprecherin der Polizei in Gorleben, die Fahne hoch. Rhetorisch gut geschult, spulte sie als Forderung alles runter, was die SPD in den letzten Jahren im Bundestag versäumt hat oder was bereits auf der Forderungsagenda der LINKEN seit geraumer Zeit steht: Keine weitere Privatisierung im Öffentlichen Dienst, Ausschluss von Leiharbeit, keine Aufstocker, Einführung einer Börsenumsatzsteuer, Austrocknen von Steueroasen, mehr Steuerfahnder uvam.

Enrico Schülbe von der LINKEN, erst seit kurzem politisch aktiv, stellte aus seiner persönlichen Sicht – und damit sehr authentisch – dar, warum ein Politikwechsel notwendig ist.Gäste ver.di2

Er knüpfte an seine täglichen Erfahrungen als Busfahrer an, die ihm das Leben oft unerträglich erschweren: Überlange Arbeitszeiten, die relative Rechtlosigkeit als Leiharbeitnehmer, geringer Lohn, lange Fahrtwege, Angst vor Arbeitsplatzverlust, erhebliche gesundheitliche Kostenbelastungen durch Praxisgebühren und Medikamentenzuzahlung, hohe Ausgaben für Schulbücher und Lehrmittel für den Sohn. Er forderte „Weg mit Hartz IV“, die Senkung des Rentenalters, eine grundsätzliche Verbesserung der Arbeitsbedingungen, die Einführung eines Mindestlohnes von 10 €, die Unterstützung von Familien mit geringem Einkommen. Zur Finanzierung sollen die herangezogen werden, die finanziell dazu auch in der Lage sind und nicht – wie bisher – die Arbeitnehmer, Rentner und sozial Schwachen.

Ernst Licht dankte unter Beifall den Kandidatinnen und Kandidaten für die Diskussion. Die Gäste forderte er auf, sich an den Bundestagswahlen zu beteiligen.

Gigantische Finanzlöcher

18. August 2009  Aktuell, Themen

geld

Mauer des Schweigens

Sie gehen busenwackelnd auf Wahlkampftour, versprechen dem Volk Steuererleichterungen, häufen gigantische Schulden für marode und gescheiterte Unternehmen auf und erklären den Bürgern nicht einmal ansatzweise, wie ihre Problemlösung für die Entsorgung dieses Scherbenhaufens aussehen könnte. Wahrscheinlich, weil sie es selber nicht wissen.

Der scheidende Bundestagsabgeordnete Willy Wimmer (CDU) hat es nach über 30 Jahren Bundestagszugehörigkeit treffend erkannt: „Der Bundestag ist anders geworden… Im Zusammenhang mit der Wirtschafts- und Finanzkrise muss man sich ernsthaft fragen, ob die Probleme von Regierung und Parlament überhaupt noch beurteilt werden können.”

In Niedersachsen ist es nicht anders. Christian Wulff tönte vor nicht allzu langer Zeit: “Spare in der Zeit, dann hast Du in der Not.” Mehr als Sprüche waren das nicht. Jetzt steht fest, dass 4,6 MRD € an weiteren Krediten aufgenommen werden, die Steuerausfälle wurden auf 3,6 MRD beziffert.„Man fühlt sich ganz schlecht. Ich hätte fast gesagt: beschissen. Man sitzt machtlos davor. Das macht keinen Spaß,“ lamentierte der sonst so forsche Finanzminister Möllring.

Wie der Schuldenberg abgetragen werden soll, verschwiegen Wulff und seine Truppe. Der Ministerpräsident versprach zwar “eine eindrucksvolle Konsolidierungspolitik“ – aber erst, sobald die Wirtschaftskrise beendet ist.

Im Klartext heißt das: Wartet die Bundestagswahlen ab, danach – wenn ihr uns wieder schön gewählt habt – werden wir Euch die Rechnung präsentieren. Und die heisst: Verbrauchssteuererhöhungen und weiterer Sozialabbau.

Es wirkt wie ein Schweigeabkommen unter Politikern von CDU, SPD und FDP. Sie geben keine Antwort auf die zentrale Zukunftsfrage nach finanzieller Sicherheit. “Es ist gespenstisch, wie wenig bisher im Bundestagswahlkampf über die Milliardenlöcher geredet wird, die die Wirtschaftskrise überall reißen wird,” beklagt das DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach. “Wir fordern die Parteien auf, ihr Stillschweigeabkommen zu brechen und vor der Wahl klarzumachen, wie die Belastungen geschultert werden sollen.”

Eigentlich ist es Aufgabe der Medien, dieser Forderung des DGB nachzukommen.

Aber bei denen herrscht ebenfalls Funkstille. Es könnte ja sein, dass man die Lieblinge von Schwarz und Gelb in den Wahlaussichten gefährden könnte. Freiheit der Presse: Die Freiheit einer Handvoll von Verlegern und ihrem Millionärsanhang, die insbesondere bei den Schwarz/Gelben weitere Geschenke und Privilegien erwarten können.

CDU auf Model-Tour

17. August 2009  Aktuell, Themen

vera-lengsfeld-tnDekolletés im Bundestagwahlkampf

Wahlkampf bis auf die Haut. Vera Lengsfeld und die Noch-Kanzlerin Angelika Merkel haben ihren Busen als Wahlkampfwaffe entdeckt. Oder waren es männliche Fotografen, die den beiden den Weg zum erotischen Touch zeigten? Im Berliner Kiez kandidiert die 57jährige Ex-DDRlerin Vera Lengsfeld für das Hohe Haus. Erotik ist besser als nüchternerWahlkampf: „…ich musste mir etwas einfallen lassen, um in Friedrichshain-Kreuzberg überhaupt wahrgenommen zu werden. Wenn man nicht viel Geld für den Wahlkampf hat, dann ist man auf gute Ideen angewiesen.“ Immerhin: Von einer Vorzeige-Dissidentin aus der DDR zum Busenstar der CDU, das macht ihr so schnell niemand nach. Ihren Wahlkampfgag hat die CDU-Politikerin Lengsfeld weder mit den Gremien der Landes- noch der Bundespartei abgesprochen, nach dem Grundsatz: Einmal Dissidentin, immer Dissidentin.vera-lengsfeld Ein Wähler zeigte seinen Unmut. Auf der Webseite von Frau Lengsfeld schrieb er kurz und bündig: „Schlampenplakat“.

Esselte/Leitz will mehr Profit

15. August 2009  Aktuell, Themen, Uelzen

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77 Beschäftigte müssen gehen

77 Beschäftigten wird bei Esselte/Leitz in Uelzen der Stuhl vor die Tür gestellt, nur weil der international agierende Konzern glaubt, in Polen billiger produzieren zu können. Profit statt Menschlichkeit. Und kaum jemand regt sich noch auf. Diskussionen darüber, warum Esselte noch vor kurzem öffentliche Gelder für Kurzarbeit beantragt hat, finden nicht statt. Über Ulla Schmidts Dienstwagen lässt es sich halt besser lamentieren.
Aber damit nicht genug: Esseltes Vorgehen zieht einen Rattenschwanz nach sich. Die “Lebenshilfe”, von Leitz-Aufträgen abhängig, kommt ebenfalls ins Trudeln. Absurde Problemlösungen sind im Gespräch: Mit Leiharbeit und Betriebsübergängen sollen angeblich Arbeitsplätze gerettet werden, Marktradikalität für einen gemeinnützigen Betrieb mit sozialem Hintergrund. Finstere Aussichten für die Beschäftigten.
Als LINKE haben wir keine allumfassenden Patentrezepte, dafür brauchen wir noch viele Diskussionen. Wogegen wir uns aber jetzt schon wehren, ist die Gleichgültigkeit, mit der die Schicksale der Beschäftigten behandelt werden. Es kann nicht sein, dass die Betriebsbelegschaft als schwächstes Glied in der Kette durch Kündigungen allein die Folgen des Profitstrebens von Esselte zu tragen hat und viele der Betroffenen auf Sicht in die unmenschliche Hartz IV-Tonne geworfen werden. Hartz IV, das garantieren wir, würde bei uns verschwinden.azv2009

Zur Beseitigung der Arbeitslosigkeit ist ein wichtiges Instrument fast völlig aus der Diskussion verschwunden: Die flächendeckende Arbeitszeitverkürzung. Nach allen fehlgeschlagenen Projekten der Arbeitsplatzsicherung – mit denen CDU, SPD und FDP hausieren gingen – ist es an der Zeit diese Diskussion nun neu zu beleben. Es ist fast eine Milchmädchenrechnung: Nur eine Verteilung der vorhandenen knappen Arbeit auf viele Schultern kann Erleichterungen bringen. Es ist blanker Unsinn, wenn über 30 Mio Beschäftigte in Deutschland wöchentlich 42,5 Stunden arbeiten müssen, während fünf Millionen arbeitslos bleiben.